Was Pulsaria ist

Ein lokal arbeitender KPI-Tracker für macOS, der jeden Tag eine Frage beantwortet: liege ich im Plan?

Pulsaria ist eine Mac-App für die Handvoll Zahlen, an denen sich entscheidet, ob dein Monat gut lief. Du gibst jeder Zahl einen Zielwert und einen Zeitraum, und Pulsaria sagt dir täglich, ob du im Plan liegst. Alles liegt als einfache Datei auf deinem eigenen Mac.

Die eine Frage

Die meisten Tools zeigen dir, was passiert ist. Pulsaria beantwortet etwas Engeres: liege ich im Plan?

Du legst einen KPI mit Zielwert und Zeitraum an — etwa 50000 EUR für dieses Jahr. Pulsaria verteilt diesen Zielwert gleichmäßig auf jeden Tag des Zeitraums; das Ergebnis ist die Ideal-Linie. Der heutige Punkt auf dieser Linie ist dein ideal heute: der Wert, den du hättest, wenn du seit dem ersten Tag exakt gleichmäßig vorangekommen wärst. Dein zuletzt erfasster Wert minus dieser Zahl ist der Abstand, und der steht als Prozentwert neben jedem KPI — +18% vs. Ideal oder −12% vs. Ideal.

Aus demselben Vergleich entsteht die Ampel auf jeder Karte:

StatusWann
Im Plan (grün)Dein Wert liegt auf oder über dem Ideal für heute
Gefährdet (gelb)Du liegst zurück, aber weniger als 10 % unter dem Ideal
Aus dem Plan (rot)Du liegst 10 % oder mehr zurück

Bei einem KPI, bei dem niedriger besser ist — Fehlerrate, Churn, aufgewendete Stunden — drehen sich die Bänder um: auf oder unter dem Ideal ist im Plan, bis zu 10 % darüber ist gefährdet.

Zwei Arten von KPI

Nicht jede Zahl summiert sich, deshalb hat jeder KPI einen von zwei Typen:

  • Kumulatives Ziel — der Wert summiert sich über den Zeitraum zum Ziel. Umsatz, Abschlüsse, Anmeldungen. Die Ideal-Linie wächst vom ersten Tag bei 0 bis zum Zielwert am Ende.
  • Wiederkehrender Wert — jede Messung ist ein frischer Messwert gegen einen Zielwert. Monatlich aktive Nutzer, NPS, Conversion-Rate. Die Ideal-Linie liegt flach auf dem Zielwert, und die Frage lautet „ist dieser Messwert auf Zielhöhe?“ statt „habe ich genug angesammelt?“.

Den Typ wählst du beim Anlegen unter KPI-Typ. Er verändert die Rechnung, die gestrichelte Referenzlinie in den Diagrammen und die Beschriftung der Badges.

Die Ideal-Linie ist immer eine Gerade. Pulsaria bildet weder Saisonalität noch Wochentagsgewichtung oder einen langsamen Anlauf ab, und es prognostiziert nicht, ob du das Ziel erreichen wirst. Es sagt dir, wo du heute im Vergleich zu gleichmäßigem Fortschritt stehst — mehr nicht.

Die genaue Formel, die Sonderfälle am ersten und letzten Tag eines Zeitraums und die Bewertung historischer Werte stehen unter Ideal-Linie & Status.

Für wen es gedacht ist

Pulsaria ist für eine Person oder ein kleines Team gebaut, das auf zehn bis zwanzig Zahlen schaut — nicht für eine Analytics-Abteilung mit zweitausend. Es passt, wenn:

  • du ein Produkt, eine freiberufliche Praxis oder eine kleine Firma führst und deine Zahlen selbst prüfst
  • du einen API-Key einfügen und bei Bedarf einen einzeiligen Shell-Befehl schreiben kannst
  • du eine tägliche Antwort willst und keine Abfragesprache

Es passt nicht, wenn du Dashboards mit Kunden teilen, Daten nach beliebigen Dimensionen schneiden oder vom Handy aus arbeiten willst.

Woher die Zahlen kommen

Jeder KPI hat genau eine Datenquelle, die du im ersten Schritt beim Anlegen wählst:

QuelleWas sie ist
ManuellWerte selbst eintippen — für Zahlen, die sich nicht skripten lassen (oder sollen).
ConnectorGoogle, Stripe, Polar.sh, Awin, Plausible — fertige Metriken, keine Freigabe nötig.
BashJeder Shell-Befehl, der eine Zahl ausgibt. Läuft auf deinem Mac, braucht deine Freigabe.
HTTPJeder HTTP-Endpunkt mit einer Zahl in der JSON-Antwort. Braucht deine Freigabe.

Sechs Connectoren sind heute an Bord: Google Search Console, Google Analytics 4, Plausible, Polar.sh, Stripe und Awin. Jeder bringt seine eigene Setup-Anleitung mit und eine Liste von Metriken mit sinnvollen Vorgaben für Einheit, Richtung, Zeitraum und Zeitplan. Fehlt dein Dienst, gibt es in der Library den Button Connector wünschen, der eine vorausgefüllte E-Mail öffnet.

Automatische KPIs — Connector, Bash und HTTP — können einen Cron-Zeitplan tragen und sich damit im Hintergrund selbst abrufen. Bash- und HTTP-KPIs brauchen zusätzlich deine ausdrückliche Freigabe des exakten Befehls beziehungsweise der exakten URL, bevor sie unbeaufsichtigt laufen; änderst du den Befehl, verfällt die Freigabe, bis du sie erneut erteilst.

Details je Quelle: Datenquellen im Überblick, Connectoren, Eigene HTTP-Quellen, Shell-Befehle.

Was auf deinem Mac bleibt

Pulsaria hat kein Backend. Deine Projekte, KPI-Definitionen, jeder erfasste Wert, die Warnungen und das Fetch-Log sind JSON-Dateien in einem Ordner, den du im Finder öffnen, per Time Machine sichern und mit jedem Texteditor lesen kannst. Standardmäßig ist das:

~/Library/Application Support/com.onepixelahead.pulsaria/pulsaria

Du kannst den Ordner umlegen — zum Beispiel in iCloud Drive, so kommen dieselben Daten auf einen zweiten Mac. Eine Ausnahme sind die Zugangsdaten der Connectoren: API-Keys und Service-Account-Dateien landen im macOS-Schlüsselbund, nie im Datenordner und nie in einem Export.

Vier Dinge verlassen deinen Mac, und nur diese:

  • Anfragen, die du selbst eingerichtet hast. Ein Connector- oder HTTP-KPI ruft genau die API auf, auf die du ihn gerichtet hast, mit den Zugangsdaten, die du hinterlegt hast.
  • Lizenzprüfungen. Das Aktivieren und die regelmäßige Nachprüfung deines Lizenzschlüssels sprechen mit dem Lizenzserver.
  • Update-Prüfungen. Die App fragt nach, ob eine neuere Version existiert.
  • Absturzberichte — nur wenn du sie einschaltest. Standardmäßig aus. Es gehen ausschließlich Stacktraces und anonymisierte Metadaten raus, nie deine KPI-Namen, -Werte oder Dateipfade.

Buttons, die eine Checkout-Seite, die Website eines Dienstes oder eine vorausgefüllte E-Mail öffnen, reichen an deinen Browser beziehungsweise dein E-Mail-Programm weiter. Pulsaria schickt dabei nichts von sich aus mit — die E-Mail wird nur geöffnet, nie automatisch gesendet.

Mehr dazu: Wo deine Daten liegen und Datenschutz: Was den Mac verlässt.

Die sechs Bildschirme

BildschirmWofür
DashboardJeder KPI als Karte, gruppiert nach unternehmensweit und Projekt, mit Status-Pills und Warnungen. Der Startbildschirm.
ProjekteProjekte als Karten mit eigener Auswertung nach im Plan / gefährdet / aus dem Plan.
Tägliche ErfassungDas Formular für die heutigen Zahlen, eine Zeile je manuellem KPI, dazu ein Nur-Lese-Bereich für die automatischen.
BerichteEin druckfertiger Wochenrückblick: eine Zeile je KPI mit Ziel, aktuellem Wert, 7-Tage-Veränderung und Status. Drucken oder als PDF sichern.
Fetch-LogDie letzten 500 automatischen Abrufe mit Werten, Fehlern, Ausgabe und Laufzeiten. Die Anlaufstelle, wenn ein Auto-KPI zickt.
App-EinstellungenSprache, Design, Datenordner, Erinnerungen, Lizenz, Verbindungen, Export und Import.

Zwei weitere Bildschirme erreichst du nur per Klick, nicht über die Navigation: die Detailseite eines KPI (Diagramm, Verlaufstabelle, Bearbeiten und Löschen) und die Detailseite eines Projekts.

Testphase und Lizenz

Pulsaria läuft 30 Tage lang mit allen Funktionen und ohne Kreditkarte. Danach wechselt es in den Nur-Lesen-Modus, bis du eine Lizenz aktivierst — ein Einmalkauf, kein Abo.

Nur-Lesen heißt nur-lesen, nicht ausgesperrt. Deine Dateien bleiben unangetastet, alle Bildschirme funktionieren weiter, Export und Druck ebenso. Was aufhört, ist das Schreiben: neue Werte, Änderungen, Importe und der automatische Abruf.

Siehe Testphase & Lizenz.

Was Pulsaria bewusst nicht ist

Die Grenzen zu kennen spart dir einen Abend Suche nach einer Funktion, die es nicht gibt.

  • Keine BI-Plattform. Es gibt keinen Query-Builder, keine Pivot-Auswertung, kein frei baubares Dashboard-Layout, kein Drilldown und kein Diagramm, das zwei KPIs nebeneinanderlegt. Jeder KPI bekommt sein eigenes Diagramm: deine Werte plus die Ideal-Linie, über 7, 30 oder 90 Tage.
  • Kein Team-Tool. Keine Benutzerkonten, keine gemeinsamen Arbeitsbereiche, keine Berechtigungen, keine Kommentare und keine Zuständigkeit je KPI. Braucht jemand die Zahlen, druckst du den Wochenrückblick oder schickst einen CSV-Export.
  • Kein Cloud-Dienst. Du legst nie ein Pulsaria-Konto an, und es gibt keinen Server, der deine Daten hält. Der Abgleich zwischen deinen eigenen Macs passiert auf Dateiebene, indem du den Datenordner nach iCloud Drive legst — mit den üblichen Vorbehalten einer Dateisynchronisierung.
  • Keine Mobile-App. Pulsaria ist eine Mac-App: Universal-Build, ab macOS 12 Monterey. Eine Version für iPhone oder iPad ist heute nicht käuflich.
  • Keine Prognose. Nichts rechnet dein aktuelles Tempo auf das Ende des Zeitraums hoch. Pulsaria sagt dir, wo du relativ zu gleichmäßigem Fortschritt stehst, und überlässt dir die Hochrechnung.
  • Kein Importer für historische Daten. Es gibt keinen CSV-Import für vergangene Werte; Einträge entstehen von Hand, per Abruf oder über einen JSON-Export aus einer anderen Pulsaria-Installation.

Wie es weitergeht

  1. Installation & erster Start — Download, erstes Öffnen, die Willkommens-Tour und die Einstellungen, die sich sofort lohnen.
  2. Dein erster KPI — vom leeren Dashboard zu einem KPI mit Status, in wenigen Minuten.
  3. Ideal-Linie & Status — die genaue Rechnung hinter „ideal heute“, dem Abstand in Prozent und den drei Farben.

Nicht gefunden?

Schreib uns — jede Mail liest ein Mensch, meistens der, der das Feature gebaut hat.

admin@one-pixel-ahead.com