Zeitpläne & Aktualisierung

Cron-Zeitpläne in Pulsaria: Presets, erlaubte Syntax, der 60-Sekunden-Takt, Nachholen nach geschlossener App, manuelles Aktualisieren und die Erinnerung.

Connector-, HTTP- und Bash-KPIs können einen Cron-Zeitplan tragen. Solange Pulsaria auf deinem Mac geöffnet ist, wacht ein Scheduler einmal pro Minute auf, ermittelt, welche dieser KPIs fällig sind, und ruft sie ab. Diese Seite erklärt das Zeitplan-Feld, die erlaubte Cron-Syntax, was nach einem Ruhezustand oder einer geschlossenen App passiert, und die zwei Wege, von Hand abzurufen.

Wie der Scheduler arbeitet

Der Scheduler startet mit dem App-Fenster. Der erste Durchlauf passiert sofort beim Öffnen, danach alle 60 Sekunden, solange Pulsaria offen bleibt. Jeder Durchlauf erledigt drei Dinge in dieser Reihenfolge: fällige Auto-KPIs abrufen, die tägliche Erinnerung schicken, wenn die Uhrzeit passt, und den täglichen Auto-Export ausführen, falls er aktiv ist.

Berücksichtigt werden nur KPIs, deren Quelle nicht manuell ist und deren Cron-Feld gefüllt ist. Manuelle KPIs bleiben unberührt, und ein automatischer KPI ohne Zeitplan wird nie von selbst abgerufen — von Hand geht er trotzdem.

Fällige KPIs werden nacheinander abgerufen, nie parallel. Jeder Abruf:

  • schreibt den Wert als heutigen Eintrag, bezogen auf dein lokales Kalenderdatum,
  • schreibt einen Eintrag ins Fetch-Log — ob erfolgreich, fehlgeschlagen oder übersprungen,
  • löst eine Status-Warnung aus, wenn der KPI auf gefährdet oder aus dem Plan wechselt.

Offene Ansichten aktualisieren sich während des Laufs — Dashboard und Fetch-Log ziehen sich selbst nach, ohne Neuladen. Jeder fehlgeschlagene KPI erzeugt einen Fehler-Toast mit dem Titel Auto-KPI fehlgeschlagen, darunter <KPI-Name>: <Fehler> und die Aktion Details ansehen, die ins Fetch-Log führt.

Es gibt keinen Hintergrunddienst, kein Menüleisten-Symbol und kein Login-Item, das eigenständig abruft. Der Scheduler steckt im App-Fenster: Beendest du Pulsaria, wird nichts mehr abgerufen, bis du die App wieder öffnest. Wenn er den Großteil des Tages laufen soll, aktiviere Beim Anmelden starten in den App-Einstellungen.

Automatische Abrufe gibt es nur unter macOS. Auf jeder anderen Plattform bricht der Abruf-Schritt sofort ab — das gilt auch für Connector- und HTTP-KPIs, nicht nur für Bash.

Das Zeitplan-Feld

Das Feld sitzt unten im Quellen-Bereich des KPI-Dialogs und heißt Cron-Zeitplan (optional). Es sieht für alle drei automatischen Quellen gleich aus.

  1. Öffne einen KPI und klicke Bearbeiten, oder lege einen neuen an und wähle Connector, HTTP oder Bash.
  2. Fülle die Konfiguration der Quelle aus.
  3. Wähle ein Preset aus der Auswahlliste, oder nimm Benutzerdefiniert… und tippe einen Ausdruck in das Textfeld darunter.
  4. Speichern.

Das Textfeld ist gesperrt, solange die Auswahlliste nicht auf Benutzerdefiniert… steht — so lässt sich ein Preset nicht versehentlich zerschießen. Unter dem Feld zeigt Pulsaria Nächster Run: mit dem nächsten Termin, formatiert in deiner App-Sprache, zum Beispiel Nächster Run: Mo., 27. Jul. 2026, 09:00. Lässt sich der Ausdruck nicht auswerten, steht dort rot Ungültiger Cron-Ausdruck, und der KPI lässt sich nicht speichern, bis du ihn korrigierst oder leerst.

Presets

Eintrag in der ListeAusdruckLäuft
Stündlich0 * * * *jede Stunde, zur vollen Stunde
Alle 6 Stunden0 */6 * * *00:00, 06:00, 12:00, 18:00
Täglich 08:000 8 * * *jeden Tag um 08:00
Täglich 09:000 9 * * *jeden Tag um 09:00
Werktags 08:000 8 * * 1-5Montag bis Freitag um 08:00
Benutzerdefiniert…was du eintippstschaltet das Textfeld frei

Metriken aus der Connector-Library bringen bereits einen Zeitplan mit: 0 9 * * * bei fast allen, und 0 9 2 * * bei der Search-Console-Metrik Klicks (Vormonat), die bis zum 2. des Monats wartet, damit der Vormonat vollständig ist. Du kannst ihn wie jeden anderen ändern.

Cron-Syntax

Pulsaria nutzt normales Cron mit fünf Feldern, ausgewertet in der lokalen Zeitzone deines Macs. Eine Zeitzonen-Einstellung gibt es nicht: Reist du oder stellt die Sommerzeit um, folgt der Zeitplan der Systemzeit.

PositionFeldWerte
1Minute059
2Stunde023
3Tag des Monats131
4Monat112 oder JANDEC
5Wochentag07 (0 und 7 sind Sonntag) oder SUNSAT

Operatoren innerhalb eines Feldes: * für jeden Wert, 5-9 für einen Bereich, 1,15 für eine Liste, */15 für einen Schritt, und Kombinationen wie 1-5,0.

Über die klassischen fünf Felder hinaus werden auch verstanden: die Makros @hourly, @daily, @weekly, @monthly, @yearly; L im Tag-des-Monats-Feld für den letzten Tag des Monats; 5#2 im Wochentag-Feld für den zweiten Freitag; und eine Sechs-Felder-Form, deren erstes Feld Sekunden sind. Sekunden bringen dir nichts — der Scheduler wacht nur einmal pro Minute auf, feiner als eine Minute wird es also nicht, und alles Häufigere feuert schlicht bei jedem Durchlauf.

Häufige Ausdrücke

AusdruckBedeutung
0 9 * * *jeden Tag um 09:00
0 8 * * 1-5Montag bis Freitag um 08:00
0 * * * *jede Stunde, zur vollen Stunde
*/15 * * * *alle 15 Minuten
0 */6 * * *alle sechs Stunden, beginnend um Mitternacht
0 9,17 * * *zweimal täglich, um 09:00 und 17:00
30 7 * * 1montags um 07:30
0 9 1 * *am 1. jedes Monats um 09:00
0 9 2 * *am 2. jedes Monats um 09:00
0 9 1,15 * *am 1. und am 15. um 09:00
0 0 L * *am letzten Tag des Monats um Mitternacht
0 0 1 1 *am 1. Januar um Mitternacht

Nachholen nach einer Pause

Der Scheduler wartet nicht darauf, dass die Uhr exakt auf das Muster trifft. Für jeden automatischen KPI nimmt er einen Ankerpunkt — den Zeitstempel des jüngsten Fetch-Log-Eintrags dieses KPI, und wenn es keinen gibt, den Erstellungszeitpunkt des KPI — und fragt, wann der Zeitplan nach diesem Anker das nächste Mal feuern würde. Liegt dieser Zeitpunkt bereits in der Vergangenheit, wird jetzt abgerufen.

In der Praxis heißt das: Ein KPI mit 0 9 * * *, der um 09:00 ausgefallen ist, weil dein Mac schlief oder Pulsaria geschlossen war, wird beim ersten Durchlauf nach dem Öffnen abgerufen — nicht erst morgen. Da der erste Durchlauf sofort beim Start läuft, passiert das in der Regel eine Sekunde nach dem Erscheinen des Fensters.

Zwei Dinge, die du über die Reichweite des Nachholens wissen solltest:

  • Verpasste Läufe werden zusammengefasst, nicht wiederholt. War die App drei Tage zu, läuft ein täglicher KPI beim nächsten Start einmal, nicht dreimal. Der Wert landet immer unter dem heutigen Datum; Pulsaria trägt die verpassten Tage nicht nach.
  • Ein Lauf von Hand zählt als Lauf. Jeder Abruf schreibt einen Fetch-Log-Eintrag und verschiebt damit den Anker. Startest du einen 0 9 * * *-KPI um 09:05 über Jetzt ausführen, gilt der 09:00-Slot als erledigt und der KPI läuft erst morgen wieder.

Auch ein fehlgeschlagener Versuch zählt als Versuch: Der Anker rückt vor, und der KPI wartet auf seinen nächsten Slot. Es gibt keine automatische Wiederholung, kein Backoff und keine automatische Abschaltung für dauerhaft scheiternde KPIs — eine kaputte Quelle scheitert weiter zu ihrer üblichen Zeit, mit einem Fetch-Log-Eintrag pro Versuch.

Das Fetch-Log hält die neuesten 500 Einträge. Fallen die Einträge eines selten abgerufenen KPI hinten heraus, fällt sein Anker auf das Erstellungsdatum zurück und er wird beim nächsten Durchlauf einmal abgerufen.

Die tägliche Erinnerung holt nichts nach. Sie feuert nur, wenn die App in genau dieser Minute läuft.

Was automatische Abrufe stoppt

SituationWas passiert
Pulsaria läuft nichtes wird nichts abgerufen; beim nächsten Start greift das Nachholen
Nicht macOSder Abruf-Schritt bricht für jede Quelle sofort ab, und die Buttons Aktualisieren und Jetzt ausführen werden gar nicht erst angezeigt
Testphase abgelaufen oder Lizenz entzogenautomatische Abrufe pausieren komplett, bis du eine Lizenz aktivierst — siehe Testphase & Lizenz
Cron-Feld leer gelassender KPI wird nie automatisch abgerufen; Aktualisieren und Jetzt ausführen funktionieren weiterhin
Bash- oder HTTP-KPI nie freigegebender Versuch wird als übersprungen protokolliert, mit der Meldung „Befehl nicht freigegeben — in den KPI-Einstellungen testen und freigeben“
Befehl oder HTTP-Konfiguration nach der Freigabe geändertder Versuch schlägt fehl mit „Befehl wurde geändert — bitte erneut freigeben“

Connector-KPIs haben überhaupt keine Freigabe-Stufe, sie werden also nie aus diesem Grund übersprungen. Die Freigabe ist unter Shell-Befehle und Eigene HTTP-Quellen beschrieben.

Von Hand abrufen

Aktualisieren, für alles auf einmal

Der Button Aktualisieren sitzt oben rechts im Dashboard-Kopf. Er ruft jeden automatischen KPI ab und ignoriert dabei die Cron-Zeitpläne — auch KPIs mit leerem Zeitplan-Feld. Sie laufen nacheinander, der Button zeigt währenddessen einen Spinner.

Danach fasst ein Toast den Lauf zusammen, die Zahlen mit einem Mittelpunkt verbunden: 3 erfolgreich · 1 fehlgeschlagen · 1 übersprungen. Wurde etwas übersprungen, bietet der Toast die Aktion Freigeben, die direkt in den Bearbeiten-Dialog dieses KPI springt. Ist etwas fehlgeschlagen, bietet er Details und öffnet damit das Fetch-Log. Gibt es gar keine automatischen KPIs, erscheint Keine Auto-KPIs konfiguriert.

Im Nur-Lesen-Modus ist der Button deaktiviert, sein Tooltip lautet „Lizenz oder aktive Testversion nötig“.

Jetzt ausführen, für einen einzelnen KPI

Jeder automatische KPI hat einen Play-Button. Auf einer Dashboard-Karte sitzt er neben dem Quellen-Badge (BASH, HTTP oder CONNECTOR) und ist immer sichtbar. Auf der KPI-Detailseite erscheint dieselbe Aktion als Button mit der Beschriftung Jetzt ausführen.

Er läuft über exakt denselben Code wie der Scheduler: gleicher Wert, gleicher Fetch-Log-Eintrag, gleiche Warnungen. Bei Erfolg erscheint KPI aktualisiert mit <Name>: <Wert>, bei einem Fehler Auto-KPI fehlgeschlagen mit der Fehlermeldung und der Aktion Details ansehen. Bei manuellen KPIs gibt es den Button nicht.

Anders als Aktualisieren im Dashboard ist der Play-Button am einzelnen KPI im Nur-Lesen-Modus nicht deaktiviert. Ein Klick erzeugt dort einen Toast Auto-KPI fehlgeschlagen, dessen Beschreibung unübersetzt „Trial expired“ oder „License revoked“ lautet.

Die tägliche Erinnerung

Pulsaria kann einmal am Tag eine native macOS-Benachrichtigung schicken, die dich daran erinnert, dass die heutigen Zahlen noch fehlen.

  1. Öffne die App-Einstellungen in der Seitenleiste und suche die Karte Erinnerungen.
  2. Schalte Tägliche Erinnerung ein. macOS fragt beim ersten Mal nach der Benachrichtigungs-Erlaubnis.
  3. Stelle die Uhrzeit ein — Standard ist 18:00.
  4. Entscheide, ob Nur wenn heute noch nichts eingetragen gesetzt bleibt (ist standardmäßig an).
  5. Optional: Test-Benachrichtigung senden zeigt dir, wie sie aussieht.

Die Benachrichtigung trägt den Titel „Pulsaria“ und den Text „Du hast die heutigen KPIs noch nicht erfasst.“ Die Test-Benachrichtigung nutzt denselben Titel mit dem Text „Test-Benachrichtigung — sieht so deine Erinnerung aus.“

Nur wenn heute noch nichts eingetragen schaut ausschließlich auf manuelle KPIs. Die Erinnerung entfällt, wenn irgendein manueller KPI heute schon einen Eintrag hat — und auch dann, wenn du gar keine manuellen KPIs hast, weil es dann nichts zu erinnern gäbe. Automatisch abgerufene Werte unterdrücken sie weder, noch lösen sie sie aus.

Die Erlaubnis wird beim Einschalten des Schalters angefragt und vor jedem Versand erneut geprüft. Lehnt macOS ab, zeigt die Einstellungsseite für ein paar Sekunden „Benachrichtigungen wurden vom System abgelehnt.“; nachträglich erteilst du sie unter Systemeinstellungen → Mitteilungen.

Die Grenzen, offen gesagt:

  • Kein Nachholen. Die App muss in genau dieser Minute offen sein, sonst fällt die Erinnerung für diesen Tag aus.
  • Genau eine Erinnerung pro Tag. Keine Wochentags-Auswahl, kein Snooze, keine Erinnerungen pro KPI.
  • Verschiebst du die Uhrzeit am selben Tag nach hinten, kann eine zweite Benachrichtigung kommen, weil die Einmal-pro-Tag-Sperre neben dem Datum auch an der eingestellten Uhrzeit hängt.
  • Der Nur-Lesen-Modus betrifft die Erinnerung nicht; sie feuert weiter, während automatische Abrufe pausieren.
  • Sonst nutzt nichts Benachrichtigungen. Fehlgeschlagene Abrufe und Statuswechsel bleiben als Toast und Banner in der App.

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